1:1 im Spitzenspiel

In einer hochdramatischen Schlussphase konnte die Fortuna ausgerechnet durch einen Elfmeter noch den späten, aber verdienten Ausgleich erzielen. Langeneke behielt in der Schlussminute die Nerven, zuvor hatte Köhler die Eintracht in Führung gebracht.

In dieser Partie war Feuer drin. Nicht nur, dass Frankfurts Trainer Armin Veh bereits vor der Partie verbal ausgeholt hatte, auch die Eintracht-Fans sorgten durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern vor der Partie für Zündstoff. Schiedsrichter Dr. Felix Brych musste die Partie mit Verzögerung anpfeifen. Vergleichweise ruhig ging es dann auf dem Rasen zu. In der ersten Halbzeit zeigten beide Mannschaften hohen Respekt voreinander, die Teams neutralisierten sich quasi im Mittelfeld. Einer guten Flanke von Dum in der zweiten Minute, er kam für den kurzfristig erkrankten van den Bergh in die Mannschaft folgte lange Zeit wenig konstruktives. Auch die Frankfurter hatten außer einem Schuss von der Strafraumgrenze, den Ratajczak mühelos hielt, nicht viel zu bieten. Matuschyk, er kam für den gesperrten Kapitän Lambertz , und Bodzek räumten vor der Abwehr alles ab, nach vorne fehlte es der Fortuna an Genauigkeit; viele Pässe landeten beim Gegner. Erst kurz vor dem Seitenwechsel kam noch mal etwas Schwung in die Partie: Erst verpasste Eintrachts Riese Alexander Meier eine Flanke knapp mit dem Kopf (33.), dann stieß Beister durch die Frankfurter Abwehr vergaß dabei aber auf das Tor von Oka Nikolov zu schießen. Mehr Zählbares gab es nicht im ersten Abschnitt.

In der zweiten Halbzeit steigerten sich die Fortunen, zunächst aber hielten die über 40.000 Zuschauer den Atem an, als Ratajczak aus drei Metern mit einem Blitzreflex gegen Matmour klären musste (49.), Frankfurts beste Chance bis dahin. Der Gastgeber kam seinerseits jetzt auch zu klareren Tormöglichkeiten: Beister machte den Anfang mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze (57.), doch die Kugel strich knapp am Außennetz vorbei. Kurz danach versuchte es Neuzugang Matuschyk im Nachschuss nach einer Ecke, doch Nikolov war schnell genug unten (65.). Nur zwei Minuten später war es erneut Beister, der nach einer schönen Kombination mit Bröker frei vor das Frankfurter Tor kam, doch der Youngster brachte nicht genügend Druck hinter den Ball. Fast im Gegenzug gingen die Hessen, in dieser Phase des Spiels eher überraschend, in Führung. Meier kann mit einer Körpertäuschung die halbe Fortuna-Abwehr ins Leere laufen lassen und seinen präzisen Pass brauchte Benjamin Köhler nur noch zum 0:1 in die Maschen setzen. Trainer Norbert Meier reagierte, wechselte zunächst Ilsö, später auch noch Furuholm und Jovanovic ein, er selbst nannte dies später „Harakiri-Einwechslungen“.

Die Mannschaft stürmte jetzt was das Zeug hält, Bröker scheiterte am Pfosten, Furuholm an den Fingerspitzen von Nikolov. Es sah schon nach einer Niederlage aus, als in der Schlussminute Furuholm im Zweikampf mit Anderson im Strafraum zu Boden ging. Schiedsrichter Dr. Felix Brych ließ zunächst weiterspielen, wurde dann aber von seinem Assistenten auf das Foul aufmerksam gemacht und zum Entsetzen der Hessen zeigte er auf den Elfmeterpunkt. Langeneke blieb ruhig und verwandelte auch seinen neunten Elfmeter souverän und markierte damit den leistungsgerechten 1:1 Endstand.

Nach dem Ausgleich gerieten dann noch Frankfurts Trainer Armin Veh, der von der anschließenden Pressekonferenz fernblieb und Sascha Rösler aneinander. Der Düsseldorfer erhielt dafür die gelb-rote Karte, der Gästetrainer wurde vom Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt. Fortuna bleibt durch diesen Punktgewinn Spitzenreiter der zweiten Liga und muss am kommenden Wochenende zum TSV 1860 München.

Stimmen zum Spiel:

Norbert Meier (Chefcoach):

'In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass beide Teams Respekt voreinander haben. Es war sehr von Taktik geprägt und wir sind auch leider nicht so gut in die Partie gekommen wie ich mir das gewünscht hätte. Aber die Frankfurter sind natürlich eine spielerisch sehr starke Mannschaft, die den Ball gut laufen lässt. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann besser in die Begegnung reingebissen und sind dann auch folglich zu unseren Chancen gekommen. Aber das Tor machen dann die Frankfurter mit einer sehr guten Aktion. Da brauche ich auch keine Schuldigen suchen, sondern muss anerkennen, dass das gut gemacht war. Wir haben dann alles nach vorne geworfen und haben nicht aufgegeben. Man hat gesehen, dass meine Mannschaft den Glauben nicht verloren hat noch den Ausgleich zu erzielen. Das was nach dem Elfmeter passiert ist, brauchen wir nicht. Vorher haben wir ein Fußballspiel auf wirklich gutem Niveau gesehen. Der Rest ist unnötiges Geplänkel.'

Jens Langeneke:

'Wir sind mit dem einen Punkt definitiv zufrieden. Man hat erkennen können, dass die Eintracht eine echte Spitzenmannschaft ist. Doch wir haben gut dagegen gehalten und haben uns durch unsere entschlossene Herangehensweise den Punkt am Ende redlich verdient.'

Ranisav Jovanovic:

'Wir haben heute zwei sehr kompakte Teams gesehen. Frankfurt hat gut die Räume eng gemacht und dann auf Konter gespielt. Natürlich ist es immer glücklich, wenn man in der letzten Minute den Ausgleich erzielt. Aber ich denke, wir haben uns diesen Punkt am Ende verdient. Es war wichtig wenigstens einen Punkte heute mitzunehmen, gerade gegen die Eintracht. Dennoch müssen wir wieder anfangen drei Punkte zu holen.'

Sascha Dum:

'Wir sind zunächst gut in die Partie gekommen. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte hat man dann gesehen, dass die Eintracht eine echte Spitzenmannschaft ist. Die letzten 15 Minuten  haben wir dann einen wahren Sturmlauf gestartet und uns den Punkt letzten Endes auch verdient. Wir sind natürlich glücklich über den Elfmeter, der uns in der Endabrechnung dieser Partie einen wichtigen Zähler eingebracht hat.'

Thomas Allofs (Vorstandsmitglied):

'Nach diesem Spielverlauf müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein. Die Elfmetersituation habe ich von meinem Platz aus nicht eindeutig erkennen können. Um das eindeutig beurteilen zu können, müsste ich mir die Szene noch einmal im Fernsehen angucken. Fest steht, dass der Schiedsrichter den Elfmeter gegeben hat und Jens die Situation in gewohnt eiskalter Manier ausgenutzt hat.'

Quelle: www.fortuna-duesseldorf.de

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